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Sonderausstellung im Heimatmuseum Großröhrsdorf

15.05.2018

Seit vielen Jahren steht diese alte Wäschetruhe bereits in der Bauernstube des Heimatmuseums und veranschaulicht wie die Großröhrsdorfer Mitte des 19. Jahrhunderts lebten. Der Schlüssel zum Inhalt dieser Wäschetruhe war bereits seit vielen Jahren verschollen und keiner vermutete, dass sich überhaupt etwas in der hölzernen Kiste befindet. Nur durch Zufall öffneten die Mitglieder des Heimatfördervereins Großröhrsdorf vor kurzem die Truhe und waren sehr erstaunt, was darin zum Vorschein kam: rund 40 gerahmte Aufnahmen mit Seltenheitswert. Darunter zum Beispiel ein Foto des ersten Tagewächters Emil Schöne mit seiner Familie aus dem Jahr 1919. Aber auch ein Bild von der Einweihung des Rathauses 1909 oder ein Foto zum 50jährigen Jubiläum des Militärvereins, welches im Mai 1914 entstand, gehörten zu den Fundsachen. Standesgemäß in Uniform gekleidet strahlen die Mitglieder der Betriebsfeuerwehr der einstigen Bandweberei C.G. Großmann auf einer Aufnahme von 1941. Und auch der Großröhrsdorfer Jugendverein ließ sich 1903 ablichten. Woher die Fotos stammen und warum sie gerade hier verwahrt wurden, ist unklar. Der Heimatförderverein nahm diesen überraschenden Fund zum Anlass, daraus eine Sonderausstellung zu gestalten. Die seltenen Aufnahmen aus dem Ortsleben werden ab dem 3. Juni zu den regulären Öffnungszeiten des Heimatmuseums gezeigt.

Ergänzt wird die Fotoausstellung durch Briefmarken mit Seltenheitswert. Herr Peter Geisendorf präsentiert seine Sammlung Großröhrsdorfer Briefmarken. Nur für einen kurzen Zeitraum im Jahr 1945 wurden diese durch die Poststelle Großröhrsdorf herausgegeben. Die Poststellen erhielten die Briefmarken damals auf große Bögen gedruckt. Die Postbeamten selbst mussten die einzelnen Briefmarken auseinanderschneiden oder gaben einer örtlichen Druckerei den Auftrag, die Briefmarken zu perforieren, um ein leichteres Abtrennen zu ermöglichen. Wahrscheinlich hat die hiesige Post damals die Großröhrsdorfer Druckerei gebeten, die Briefmarkenbögen zu perforieren. Allerdings hat man diese nur an den Längsseiten perforiert. An Kopf und Fuß wurden sie noch mit der Schere getrennt. Dadurch erhielten die Großröhrsdorfer Briefmarken eine einmalige Zahnung, wodurch dies Marken einen gewissen Seltenheitswert für Philatelisten erhielten. Im Michel-Katalog, dem großen Nachschlagewerk für Philatelisten werden die Briefmarken daher unter der Bezeichnung „Sowjetische Zone, Ost-Sachsen Nr. 42-50, Großröhrsdorf“ geführt. In verschiedenen Orten Sachsens entstanden so einige Briefmarkenperforationen. Nach kurzer Zeit wurden dann alle Marken von einer Firma zentral perforiert. Die Perforationsfußhebelmaschine gibt es noch heute in der Stadtdruckerei. Der dazugehörige Lochkamm ist allerdings zu sehr abgenutzt. Des Weiteren gibt Steffen Gröbner aus Weinböhla erste Einblicke in sein künstlerisches Schaffen. Die romantische Malerei hat es Steffen Gröbner besonders angetan. Auf der Suche nach Motiven ist er auch in Großröhrsdorf und der Umgebung fündig geworden. Die ersten Ergebnisse sind nun in einer kleinen Verkaufsausstellung zu sehen.

 

Öffnungszeiten des Heimatmuseums

Von Juni bis Ende Oktober
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat
14.00 - 17.00 Uhr

Auch außerhalb dieser Zeiten sind Führungen für Gruppen ab 5 Personen möglich. Wir bitten dazu um telefonische Anmeldung unter 0172 / 5289752.

 

Foto: Mathias Hennig zeigt die Truhe mit ihrem historischen Inhalt

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Kontakt
 

Touristische Gebietsgemeinschaft Westlausitz e. V.

 

Geschäftsstellenleitung:

Daniela Retzmann (Planungsbüro Schubert)

Tel. +49(0)3528 4196-1039

 
 
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